PRESSEMITTEILUNG VOM 02.01.2010
Kapital für mutige Gründer
Steigende Nachfrage im Saarland - SZ-Serie, Teil 1
Wirtschaftskrisen sind auch immer Zeiten des Aufbruchs. Wie Jungunternehmer ihre Pläne finanzieren können, ist dabei eine Kernfrage. In einer dreiteiligen Serie stellt die SZ wichtige Anlaufstellen im Land vor: heute die Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft mbH.
Wer wagt, gewinnt, besagt eine alte Volksweisheit. In der Tat: Wer in der sozialen Marktwirtschaft nichts riskiert, wird auch keine Ernte einfahren. Das Saarland war lange geprägt von Kohle und Stahl, der Zwang zur wirtschaftlichen Selbständigkeit kaum ausgeprägt. Das hat sich geändert: "Wir sehen durchaus eine spannende Gründungslandschaft im Saarland, es bewegt sich mehr, als man glaubt." Armin Reinke, Vorsitzender der staatlichen Förderbank SIKB mit Sitz in Saarbrücken muss es wissen. Über seinen Schreibtisch laufen die Anfragen, Projekte und Bewilligungen von Wagniskapital, Bürgschaften oder Kapitalbeteiligungen im Land.
"Wir haben im abgelaufenen Jahr eine deutliche Zunahme von rund 20 Prozent bei den Anfragen nach Wagniskapital gegenüber 2008 gehabt", so Reinke, der auch gleichzeitig Geschäftsführer der Saarländischen Wagnisfinanzierungsgesellschaft ist. Rund 50 Anfragen verbuchte die SWG 2009. "Wir hatten diesbezüglich ein gutes Jahr."
Ist die höhere Nachfrage nach Wagniskapital eine Folge der globalen Wirtschaftskrise? "Nicht direkt. Zu uns kommen etwa auch Leute, die in soliden Unternehmen in guten Positionen arbeiten, trotzdem ins Grübeln geraten, ob sie da in zehn Jahren noch sitzen. Und viele wollen sich jetzt mit innovativen Ideen ihren Traum von der unternehmerischen Selbständigkeit erfüllen."
Wagniskapital bekommen aber natürlich auch innovative Unternehmen mit viel versprechendem Businessplan und klarer Marktstrategie.
"Nicht alles passt, was einläuft", so Reinke. Von den rund 50 Anfragen in 2009 haben wir 20 in die engere Wahl gezogen. Am Schluss setzen wir uns mit drei bis fünf ernsthaft auseinander. Manche sind bei der Wagnisfinanzierung auch an der falschen Adresse, die leiten wir - wenn sie positiv beurteilt werden - an unsere anderen Förderinstitute weiter.
Die SIKB als Dach-Klammer mit Geschäftsbesorgung für die drei Förderinstitutionen arbeitet wettbewerbsneutral. Falsch am Platz bei der SWG sind Unternehmen, die etwa vier Millionen Euro Wagniskapital haben wollen, sagt Reinke. "Das ist nicht unsere Klientel. Hier stellen wir bei Wunsch Kontakte zu anderen bundesweit agierenden Beteiligungsgesellschaften her, die für solche Finanzierungsvolumen in Frage kommen."
Wie viel Geld kann ein Unternehmen bei der SWG bekommen? Sie geht stille Beteiligungen bis maximal eine Million Euro ein. "Am liebsten sind uns Investments um 500 000 bis 600 000 Euro, dann haben wir den oftmals notwendigen Spielraum, die Unternehmen bei einer zweiten Finanzierungsrunde mit zu begleiten", so Reinke. Die SWG arbeitet darüber hinaus, sehr eng mit dem Hightech-Gründerfonds und dem ERP-Startfonds der KfW zusammen über die Firmen weitere Beteiligungsmittel erhalten können.
Aktuell ist die SWG bei 23 saarländischen Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 10,5 Millionen Euro im Boot. Rund 80 Prozent stammen aus der Informations- und Kommunikationsbranche, den Bereichen Neue Materialien, Nano- und Biotechnologie sowie Medizintechnik. Der Rest kommt aus dem Maschinenbau sowie der Mess- und Automatisierungstechnik.
Wo Wagnisse eingegangen werden, gibt es auch Ausfälle. "Wir haben es aber trotz oft hohem Risiko bislang geschafft unsere Verluste zu begrenzen". Auch für 2010 geht Bank-Chef Reinke von einer anhaltend regen Nachfrage nach Wagniskapital im Saarland aus.
Im Internet:
www.swgmbh.de
www.sikb.de